Klick-Leiste

Das Leistensystem gilt als die traditionellste der noch heute üblichen Metalldeckungsarten. Bei dem RHEINZINK-Klick-Leistensystem werden Schare und Abdeckkappe mit Hilfe eines Rollformers in einem einzigen Arbeitsgang ab Werk bis zu einer Länge von 6 m hergestellt. Für die Fertigung längerer Schare stehen mobile Rollformer leihweise zur Verfügung. Die vorprofilierte RHEINZINK-Klick-Leistenkappe wird zudem in der Standardlänge von 3 m angeboten. Das System eignet sich ohne dichtungstechnische Zusatzmaßnahmen für Dachneigungen ab 3°. Erhöhte Beanspruchungen machen den Einsatz strukturierter Trennlagen oder witterungs- und regensicherer Unterdeckungen erforderlich.

Der Klick-Leistenhalter, gefertigt aus 1,0 mm dickem, verzinktem Stahl, dient als Ersatz der bislang verwendeten Holzleiste samt entsprechender Hafte und Haftstreifen, denn der Halter ist gleichzeitig Haftprofil für die Schare und Träger der Leistenkappe. Die Leistenkappe weist am unteren Ende eine Aufweitung auf, die ein leichtes Überlappen der einzelnen Kappen ermöglicht. In Verbindung mit den werkseitig vorgefertigten Profilen für First- und Traufanschluss wird mit dem RHEINZINK-Klick-Leistenhalter die Montage erheblich rationalisiert.


SYSTEMTECHNIK

  • Dachdeckung ab 3° Dachneigung
  • Scharlängen bis zu 25,00 m

Das RHEINZINK-Klick-Leistensystem kann ab einer Dachneigung von 3° verlegt werden. Der speziell entwickelte RHEINZINK-Klick-Leistenhalter aus verzinktem Stahl dient der Befestigung der Schare. Über den Leistenhalter wird nach der Befestigung sicher und einfach die RHEINZINK-Klick-Leistenkappe aufgeklickt.
Schare können vorprofiliert geliefert oder aber mit Hilfe von mobilen RHEINZINK-Leistenrollformern auf der Baustelle hergestellt werden. Ein handwerkliches oder maschinelles Falzschließen ist bei dem RHEINZINK-Klick-Leistensystem nicht mehr notwendig. Die Leistenabmessung beträgt ca. 6,0 cm Breite und ca. 5,3 cm Höhe und trägt so zu der Untergliederung großer Dachflächen bei

  • Bandbreiten 470 mm bis 670 mm
  • Scharbreiten 345 mm bis 545 mm = Achsmaße 385 mm bis 585 mm
  • Metalldicken 0,7 mm / 0,8 mm
  • Scharlängen ≤ 25,00 m
  • Lieferlänge max. 6,0 m

Die Standard-Bandbreite von 600 mm (siehe Doppelstehfalz) hat sich auch beim RHEINZINK-Klick-Leistensystem durchgesetzt. Da die seitliche Aufkantung der Schar 47 mm beträgt, weichen die Achsmaße der Schar von denen der Doppelstehfalztechnik ab. Die Standard-Scharbreite beim RHEINZINK-Klick-Leistensystem beträgt ca. 475 mm, das entspricht einem Achsmaß von 515 mm.
Aufgrund baupraktischer Erfahrungen empfehlen wir, bei Pultdächern mit Dachüberständen, die Scharbreite auf 445 mm (Bandbreite 570 mm, Achsmaß 485 mm) zu begrenzen und die Metalldicke 0,8 mm zu verwenden. Diese Maßnahme dient der Vermeidung von Geräuschen, die bei der natürlichen Durchbiegung der Schare durch starken Wind entstehen können.
Im Regelfall können Scharlängen bis zu 25,00 m ausgeführt werden. Durch das systembedingt relativ reibungsfreie Längenänderungsverhalten der Schare ist eine Begrenzung der Scharlängen nach oben eher bauorganisatorisch oder im Hinblick auf Dachdurchdringungen begründbar.
Auch beim RHEINZINK-Klick-Leistensystem müssen die Befestigung sowie die Ausbildung der Anschlussdetails im Hinblick auf die Längenbewegung der Schare ausgeführt werden.
Quernähte können wie beim Doppelstehfalz zur Verbindung von Einzellängen sowie zur optischen Gliederung eingesetzt werden.

  • konkav und konvex gerundete Schare
  • konische Schare

Ab einem konvexem Radius von ca. 65 m können Klick-Leistenschare ohne Vorrunden verlegt werden. Ein Vorrunden von Klick-Leistenscharen ist technisch nicht möglich.
Zur Ausführung von Dächern über gerundeten Grundrissen oder für ein Sonderdetail bei Kehlen werden konische Schare eingesetzt. Die Scharbreite bei konischen Scharen sollte aus Gründen der handwerklichen Herstellbarkeit mind. 100 mm und max. 800 mm, in Abhängigkeit von den Windlasten, betragen. Bei Pultdächern sollte max. 445 mm Scharbreite eingehalten werden, das entspricht einem Achsmaß von 485 mm.

RHEINZINK-Klick-Leistenschare werden indirekt mit einem 500 mm langem Leistenhalter aus verzinktem Stahl befestigt.


BAUPHYSIK

Wärmeschutz rund ums Haus ist gut für den eigenen Geldbeutel und das Komforterleben im Haus. Er steigert den Wert eines Hauses und ist umweltfreundlich, weil weniger Heizenergie bereitgestellt werden muss. Und weniger Wärme geht durch die Bauteile nach außen verloren.
Die Dämmung des Daches ist dabei ein elementarer Baustein. Dies gilt sowohl für Neubauten wie für die Modernisierung eines alten Hauses. Dabei dient die Dämmung dem Schutz vor winterlichen Heizwärmeverlusten und sommerlicher Wärmeeinstrahlung und erfolgt von Außen oder Innen.

Der winterliche Wärmeschutz reduziert den Wärmeverlust eines Gebäudes, bietet den Bewohnern einen hygienisch einwandfreien Lebensraum und schützt die Baukonstruktion dauerhaft gegen klimabedingte Feuchteeinwirkungen. Voraussetzung ist, dass die Räume entsprechend ihrer Nutzung ausreichend beheizt und belüftet werden. Der bauliche Mindestwärmeschutz ist in der DIN 4108 - Wärmeschutz im Hochbau geregelt. Die Regelungen der EnEV (Energieeinsparverordnung) in ihrer jeweils gültigen Fassung sind zu beachten.
Bei der Dämmung eines Gebäudes ist darauf zu achten, dass diese luftdicht zum Innenraum abgeschlossen wird und winddicht zum Außenraum. Auf diese Weise können die Einflüsse natürlicher Auffeuchtungsvorgänge auf die Baukonstruktion auf ein unschädliches Maß verringert werden. Das führt dazu, dass sich im Dach kein Schimmelpilz bilden kann.
Auch Wärmebrücken, also Bauteile, die Kälte schneller aufnehmen und weiterleiten als andere Bauteile, sollten vermieden oder in ihrer Auswirkung auf umgebende konstruktive Teile minimiert werden.

Der sommerliche Wärmeschutz verhindert eine für die Nutzung unzumutbare Aufheizung im Innern eines Gebäudes durch direkte und indirekte Sonneneinstrahlung. Er ist in DIN 4108-2 sowie in der EnEV geregelt.
Im Sommer sind die täglichen Schwankungen der Außenlufttemperatur in der Regel höher als im Winter. Hinzu kommt ein sehr hoher Temperaturunterschied an den Bauteiloberflächen infolge von Sonneneinstrahlung. Hier hat sich unter anderem der optimierte Aufbau einer Dachkonstruktion mit außen liegenden Dämmschichten und innen liegenden speicherfähigen Massen bewährt.
Bei der Verwendung von Dachflächenfenstern ist auf einen möglichst geringen Wärmedurchlasswert zu achten sowie einen möglichst außen liegenden Sonnenschutz.

Durch nächtliches Lüften sowie tagsüber geschlossene Fenster und Türen lässt sich das Raumklima zusätzlich verbessern.

Der Brandschutz ist eines der zentralen Themen des Bauordnungsrechtes in Deutschland und ist in den Landesbauordnungen der 16 Bundesländer geregelt. Der Planer muss angeben, in welchen Fällen eine harte Bedachung gefordert ist.

Grundsätzlich wird beim Brandverhalten zwischen Material und Konstruktion unterschieden.

Das Material RHEINZINK ist in die Kategorie A1 nach der DIN EN 13501-1 (DIN 4102-1) klassifiziert. Diese Kategorie ist die höchste Einstufung in Bezug auf brandtechnisches Verhalten und sagt aus, dass RHEINZINK-Material weder brennbar ist, noch eine Rauchentwicklung stattfindet oder es zu einem brennenden Abtropfen des Materials kommt.
Hinsichtlich der Dachkonstruktion sind in der DIN 4102-4/A1 gegen Flugfeuer und strahlende Wärme widerstandsfähige Bedachungen mit RHEINZINK zusammengestellt, die ohne Prüfung die Anforderung an eine harte Bedachung erfüllen:

Schalung aus Holz und Holzwerkstoffen mit Trennlage aus Bitumenbahn mit Glasvlies oder Glasgewebeeinlage + strukturierte Trennlage mit Dicke ≤ 8 mm

oder

Wärmedämmung aus Schaumglas der Baustoffklasse A, PUR- oder PIR-Hartschaum mit strukturierter Trennlage

Alle anderen individuellen Bedachungen müssen durch zertifizierte Prüfanstalten getestet werden. Das auf Grund dieser Testverfahren erteilte Prüfzeugnis (Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis) ist ein nationaler bauaufsichtlicher Verwendbarkeitsnachweis eines Dachaufbaus als harte Bedachung. Dieser Nachweis muss vom Hersteller des Daches, in den meisten Fällen dem ausführenden Handwerker, vorgelegt werden. Ein Prüfbericht oder Klassifizierungsbericht ist bauordnungsrechtlich in Deutschland nicht ausreichend.

RHEINZINK bietet Ihnen auf Anfrage u. A. Prüfzeugnisse für die Direktverlegung verschiedener Dachsysteme wie das RHEINZINK-Stehfalzsystem, RHEINZINK-Klick-Leistensystem und RHEINZINK-Rautensystem auf Vollholzschalung bei verschiedenen Metalldicken und allen Dachneigungen, sowie für die Verlegung der genannten Dachsysteme auf der strukturierten Trennlage RHEINZINK-VAPOZINK bei verschiedenen Metalldicken und einer Dachneigung < 20°.

Häufig wird gefragt, ob Metalldächer bei Regen zu sogenannten „Trommelgeräuschen“ neigen würden. Dieses trifft auf freitragende Metalldacher, freitragend verlegte Fensterbänke oder auf unebenem Untergrund befestigte Mauerabdeckungen etc. tatsächlich zu.

Anders verhält es sich mit vollflächig unterstützten Metalldachkonstruktionen, zu denen auch RHEINZINK-Falzdeckungen gehören. Aufgrund der vollflächigen Unterstützung des Metalldaches und der heute üblichen Ausführung von Dachkonstruktionen aufgrund von energetischen Maßnahmen (Sparrenvolldämmung, etc.) weisen RHEINZINK-Dachsysteme, montiert gemäß unserer Konstruktionsbeispiele, sehr gute Schalldämmwerte auf.

Ist ein Blitzschutzsystem gewünscht oder gesetzlich erforderlich, können die RHEINZINK-Dachsysteme bei fachgerechter Auführung als natürlicher Teil des Blitzschutzsystems verwendet werden. Es gelten die Vorgaben der DIN EN 62305-3

  • Unterkonstruktion gemäß Baustoffklasse B2 (DIN 4102)
  • Vorgabe von Montagerichtlinien durch die Hersteller oder deren Verbände
  • Montage nur durch geschultes Personal
  • Alle Teile des Daches müssen leitend miteinander verbunden und geerdet sein (First, Ortgang, Gauben...)
  • Es muss eine protokollierte Übergabe an den Errichter des Blitzschutzsystems erfolgen
  • gemeinsame Abnahme und Wiederholungsprüfung

Dies bedeutet, dass kein Netz von Fangleitungen und Fangspitzen notwendig ist und somit keine gestalterische Beeinträchtigung („Igeldach“) der Dachfläche stattfindet. Darüber hinaus kann eine niedrigere Impedanz als beim herkömmlichen Blitzschutz durch Fangleitungen erreicht werden.
Je nach Blitzintensität kann es aufgrund der hohen Temperaturen, die der Blitz in der Phase des sogenannten Langzeitstroms entwickelt, an der Stelle des Blitzeinschlags zu einer Durchschmelzung kommen. Diese Durchschmelzungen haben in der Regel keinen Einfluss auf die Regendichtheit des Daches, da sie üblicherweise außerhalb der wasserführenden Ebene liegen und von geringer Größe sind. Durchschmelzungen lassen sich ohne großen handwerklichen Aufwand durch Löten beseitigen.
Ein wirksamer Schutz vor Durchschmelzungen kann durch die Montage einer ca. 15 cm hohen Blitzstange aus geeignetem und zugelassenem Material an der höchsten Stelle des Daches erreicht werden, die mit dem RHEINZINK-Dach verbunden ist. Bei Montage der Dachdeckung nach den RHEINZINK-Verlegerichtlinien wird der Blitzstrom dann durch die Dachdeckung in Richtung Traufe abgeleitet. An der Traufe ist es notwendig eine Erdung des Daches vorzunehmen. Geeignete Blitzschutzklemmen sind zwängungsfrei zu montieren, um thermische Längenänderungen der Dachdeckung nicht zu behindern. Weitere Hinweise enthält die DIN EN 62305 (VDE 0185-305).

Wir empfehlen, Metalldächer nach einem direkten Blitzeinschlag einer Sichtprüfung zu unterziehen, auch wenn sie eine ordnungsgemäße Blitzschutzanlage besitzen.
Unternehmererklärung Äußerer Blitzschutz:
Gemäß DIN EN 62305-3 hat der Ausführende des Metalldaches eine Unternehmererklärung über die fachgerechte Ausführung des Metalldaches zu erstellen, wenn diese als Äußerer Blitzschutz und somit im Ganzen als Fangeinrichtung genutzt werden soll.

Fotos: RHEINZINK